Dr.Harald Olschok
Bis vor wenigen Jahren waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sicherheitsgewerbes für die breite Öffentlichkeit jedoch weitgehend »unsichtbar«, weil sie überwiegend im Hausrechtsbereich der Auftraggeber eingesetzt waren. Das hat sich verändert. Der Schutz von Veranstaltungen oder von Wohngebieten, der Einsatz von »City-Streifen« im Auftrag des Einzelhandels bzw. von Kommunen oder die Begleitung des Öffentlichen Personenverkehrs (ÖPV) haben zu einer verstärkten öffentlichen Wahrnehmung des Sicherheitsgewerbes geführt. Obwohl die angesprochenen Aufgaben nur von einem verhältnismäßig kleinen Teil der 173.000 Beschäftigten ausgeübt werden, hatte dies zu einer teilweise kritischen politischen und juristischen Diskussion geführt. Die Novellierung des § 34a der Gewerbeordnung mit der Einführung einer Sachkundeprüfung für Kontrolltätigkeiten im öffentlichen Raum im Jahre 2002 hat diese Diskussion beendet.
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Wolfgang Waschulewski
Das Sicherheitsgewerbe hat in den vergangenen Jahren immer mehr Dienstleistungen an Verkehrsflughäfen übernommen. Stetig zunehmender Flugverkehr und wacjusnde Bedrohungen stellen hohe Ansprüche an die sogenannte Aviation Security. Naturgemäß müssen die Flughäfen als Knotenpunkte im Luftverkehrssystem besonders intensiv überwacht werden. Heute sind rund 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Marktsegment tätig. Dies entspricht mehr als fünf Prozent der im Sicherheitsgewerbe tätigen Mitarbeiter. Die Tätigkeiten an Verkehrsflughäfen unterscheiden sich dabei in vielerlei Hinsicht von anderen von Sicherheitsdienstleistern wahrgenommenen Aufgaben, vor allem aber in qualitativer und rechtlicher Hinsicht.
Oliver Arning
Das Programm Innere Sicherheit zur 188. Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder (IMK) vom 04. bis 05.06.2009 in Bremerhaven bestimmte unter Punkt V »Gewaltmonopol des Staates, Verhältnis von Polizei und privaten Sicherheitsdienstleistern« die Rolle privater Sicherheitsdienstleister: »Private Sicherheitsdienstleister sind Bestandteil der Sicherheitsarchitektur.« Dabei blieb die IMK klar in ihrer Aussage über das Gewaltmonopol. Dieses »liege weiterhin beim Staat und stehe nicht zur Disposition«. Sie unterstreicht somit, dass es »in der modernen Welt (…) die staatliche Ordnung [ist], der vor allem und in erster Linie die Aufgabe zufällt, die Sicherheit ihrer Bürger zu gewährleisten.«
Rainer von zur Mühlen
Unter Management versteht man die Steuerung der Geschäftsprozesse zur Erreichung der Managementziele, den Abgleich von Zielen und Mitteln. Management ist somit geplantes Handeln zum Erreichen der Unternehmensziele und gliedert sich in
Management bedeutet, einen Regelkreis zu gestalten und seine Mechanismen zu nutzen.
Manfred Buhl
Das Sicherheitsgewerbe steht nicht in dem Ruf, eine besonders innovationsfreudige Branche zu sein. Nach allgemeiner Vorstellung besteht die Branche lediglich aus Anbietern von Dienstleistungsstunden mit kaum geschulten Sicherheitskräften, die ohne eigene Initiative die fachlichen Vorgaben des jeweiligen Auftraggebers abarbeiten. Doch viele Unternehmen dieser Branche leisten selbstverständlich weit mehr: Sie entwickeln komplexe neue Produkte und Dienstleistungen, um den Sicherheitsmarkt zu beleben und intelligente Sicherheit anzubieten. Dazu müssen allerdings die Rahmenbedingungen stimmen. Der Beitrag thematisiert, welche neuen Produkte und Dienstleistungen im Sicherheitsgewerbe aufkommen, wie sie zur Marktreife gelangen und welche Rahmenbedingungen dafür nötig sind.
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Friedrich P. Kötter
Gemäß einer aktuellen Studie, die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt wurde, werden den Märkten für Sicherheitsdienste und Sicherheitstechnologie auf längere Sicht überdurchschnittliche Wachstumsperspektiven prognostiziert. Allerdings wird die Entwicklung stark durch den gesamtwirtschaftlichen Verlauf beeinflusst. Denn nur wenn es etwas zu schützen gibt, können Sicherheitsdienstleister aktiv werden. Eine weitere zentrale Aussage der angeführten Studie des Bundeswirtschaftsministeriums betrifft die integrierten Sicherheitskonzepte. Sie werden nach Meinung der Experten zukünftig weiter erheblich an Bedeutung gewinnen. Dies nicht ohne Grund. Nur umfassende Lösungen aus personeller Sicherheit und Sicherheitstechnik ermöglichen einen optimalen Objektschutz.
Wolfgang Wüst
Moderne und leistungsfähige Sicherheitstechnik im Jahr 2010 ist in unterschiedlichen Spannungsfeldern zu Hause. Gefährdungssituationen und Lageeinschätzungen müssen aktuell auch Ereignisse des internationalen Terrorismus und der organisierten Kriminalität einschließen. Gleichzeitig wird die Übertragungstechnik und deren Netze von nahezu allen Providern Stück für Stück internetfähig gemacht. Das hat weitreichende Konsequenzen für die Verknüpfung von Gefahrenmeldetechnik in den geschützten Objekten. Virencodes und Trojaner kann geeignete Sicherheitssoft- und Hardware nur zu 99,X Prozent ausschalten. Dabei ist das Risiko des gezielten Angriffs noch nicht einmal berücksichtigt. Fachleute weisen schon seit einiger Zeit auf bevorstehende Herausforderungen in diesem Kontext hin.
Cornelia Okpara
Das Gesetz nimmt an, dass der Betriebsinhaber Arbeitgeber der im Betrieb tätigen Arbeitnehmer ist. Wird nun der gesamte Betrieb oder ein abtrennbarer Betriebsteil von dem Betriebsinhaber rechtsgeschäftlich auf einen Dritten übertragen, tritt der neue Betriebsinhaber in die Rechte und Pflichten, die sich für den alten Betriebsinhaber aus den zum Zeitpunkt des Betriebsübergangs bestehenden Arbeitsverhältnissen ergeben, ein. Sinn und Zweck dieses in § 613a BGB festgelegten Grundsatzes ist es, die bestehenden Arbeitsverhältnisse zu schützen, die Kontinuität des Betriebsrats zu gewährleisten und dem Erwerber die eingearbeiteten Arbeitskräfte zu erhalten.
Gerhard Behrens
In vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens und insbesondere in der Wirtschaft (Industrie) entwickelte und entwickelt sich ein höheres und stetig wacjusndes Sicherheitsbedürfnis. Technik ersetzt zunehmend manuelle Tätigkeiten. Moderne Sicherheitssysteme/Gefahrenmanagementsysteme erfordern in noch stärkerem Maße die Symbiose zwischen Mensch-Technik-Organisation. Qualifiziertes Personal für das Sicherheitsgewerbe wird für unterschiedliche Bereiche benötigt.
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Claus Gerber
Es sind die Aufgaben der Sicherheitswirtschaft, die die Ausbildungsanforderungen festlegen. Die Sicherheit der Unternehmen umfasst den Schutz aller Personen in den Betrieben vor Gesundheitsgefahren, Unversehrtheit an Leib und Leben, den Schutz der Betriebseinrichtungen vor Sachschäden, Diebstahl und missbräuchlicher Verwendung, den Informations- und Knowhow-Schutz sowie die Abwehr von Schadensereignissen. Schaden kann auch durch fehlende Sicherheitsstrukturen in den Unternehmen oder mangelhafte und unprofessionelle Wahrnehmung der Sicherheitsverantwortung entstehen und Haftungsrisiken können die Existenz des Unternehmens bedrohen.
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Torsten Katschemba
Der Bildungs- und Ausbildungsstand in der Bundesrepublik Deutschland ist ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil, den es zu sichern und auszubauen gilt. Dazu gehört insbesondere auch die duale Berufsausbildung, die der quantitativ bedeutsamste Qualifizierungsbereich ist, das heißt, hier werden rund zwei Drittel eines Altersjahrganges qualifiziert. Die duale Berufsausbildung ist – trotz ihrer Detailprobleme – ein Erfolgsmodell und bedeutet in erster Linie: ein guter Berufseinstieg, hohe Arbeitsplatzsicherheit, gute Karrieremöglichkeiten sowie gesellschaftliches Ansehen. Aber: Das duale System steht auch vor großen Herausforderungen, die die Notwendigkeit von Veränderungen immer stärker zutage treten lassen.
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Hartmut Brenneisen
Die private Sicherheitswirtschaft stellt heute eine unverzichtbare Größe in der Sicherheitsarchitektur der Bundesrepublik Deutschland dar. Zwar hat die Sicherheitsbranche zumindest in Teilbereichen wohl noch ein Image- und Wahrnehmungsproblem, über eine umfassende Qualifizierung als Grundbedingung für eine professionelle Tätigkeit könnte dem jedoch erfolgreich begegnet werden. Der Fachbereich Polizei der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung Schleswig-Holstein (FHVD) will diesen Prozess aktiv unterstützen und insbesondere einen strategischen Beitrag zur Qualifizierung der in der Sicherheitswirtschaft tätigen Führungskräfte leisten.
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Martin Hildebrandt
Seit Mitte 2007 können sich Bildungsträger im Sicherheitsgewerbe vom Bundesverband deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS) zertifizieren lassen. Um den Titel »Vom BDWS zertifizierte Sicherheitsfachschule « zu erhalten, sind jedoch hohe Hürden zu nehmen. Anders als bei anderen Verfahren wird im Rahmen der BDWS-Zertifizierung versucht, nicht nur eine bestimmte Verfahrens- oder Vorgehensweise zu begutachten, sondern es werden nachweisbare Fakten, die für jeden nachprüfbar sind und die tatsächlich die Qualität des Bildungsträgers und die von ihm durchgeführten Maßnahmen belegen, überprüft.